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Erfolgreich zu Ende gegangen
21.02.2008 12:52 / archiv / Redaktion / Frankfurt


Die erste unart-Tournee und damit auch die allererste Ausgabe des neuen Jugend-Wettbewerbs ist sehr erfolgreich zu Ende gegangen. Die neun Sieger-Performances aus Berlin, Hamburg und Frankfurt waren in allen drei Städten nocheinmal an einem Abend zu sehen und haben ihr Publikum begeistert. Nach der positiven Resonanz auf das Projekt können sich alle, die jetzt neugierig geworden sind auf eine zweite Ausgabe von unart freuen. Die Ausschreibung hierfür wird vorraussichtlich im Frühjahr 2009 starten.



Und die Berliner Gewinner sind...
06.02.2008 15:06 / archiv / Redaktion / Berlin


1. "You can come home now" von und mit Anna Drexler, Rebecca Martin und Jannis Walter, gecoacht von dem Performer und Multimedia-Künstler Chris Kondek und unterstützt von ihrer Partnerinstitutionen JugendKunst- und Kulturzentrum Schlesische 27

Die Jury fand:

"Ist das Wahnsinn? Ist das Genialität? Ist das bunt, schrill, klug, musikalisch oder einfach nur ehrlich? Die Jury fand: „You can come home now“ ist all das zusammen und noch mehr. Mädchenpower in Silberrot, offene Herzen, Sehnsucht und eine große Erzählung trafen hier auf Freude am Umgang mit Kunst, von der die Künstler offensichtlich selbst überrascht waren und uns deshalb zu hundert Prozent auf ihre Reise mitgenommen haben. Was ist eigentlich Heimat? Das holunderblütenfarbene Rätsel der Identität stand noch nie so dicht und unmittelbar auf einer Bühne wie hier. GROSSES KINO!"


2. "Selbstwert" von und mit Juliane Jaschnow, Josephine Kremberg und Anne-Elise Minett, gecoacht von der Schauspielerin Judica Albrecht

Zu dieser Performance meinte die Jury:
„Unsicherheit ist etwas, das eigentlich nicht auf die Bühne gehört: Das Publikum will ja den souveränen Künstler. Die drei Frauen der Gruppe von „Selbstwert“ aber haben ihre eigene Verunsicherung zum Gegenstand ihrer Bühnenarbeit gemacht und in einer konzentrierten Textarbeit den künstlerischen Rahmen gefunden, in dem sie ihr Thema über den Bühnenrand zum Publikum tragen konnten. Wer und was bestimmt mein Verhalten? Woran orientiere ich mich? Es war faszinierend zu sehen, wie Gedanken zu einer intensiven Körper- und Spracharbeit wurden. Über den Abgrund der Beziehungen fliegt das Publikum begeistert ins ABENTEUER TEXT!"

3. "Promo Sapiens" von und mit Julia Hartleb, Lisa Hrdina, Daniel Schenke und Nele Stuhler, gecoacht von dem Regisseur Carlos Manuel

Die Jury fand:
"Diese vier Menschen haben nichts zu verlieren und nichts zu verschenken. Mit kompromissloser Intelligenz wandeln sie den Müll medialer Zuschreibung und Einengung in eine druckvolle Akrobatik der Wut. Nachhaltig überwältigt war die Jury von dem Mut, der Verlockung einer gefälligen Show zu entgehen und sich stattdessen künstlerisch zur Wehr zu setzen. Als Terrorgruppe des Abends überwältigten sie das Publikum mit ihrer Direktheit und ihrem interventiven Zugriff zum Raum. Von dem vielen, was Performance vielleicht sein könnte, kamen sie einer Qualität besonders nah: der RADIKALEN EIGENWILLIGKEIT."

unart gratuliert allen Berliner Gruppen für ihre durchweg gelungenen Auftritte! Auch wer nicht für die Tournee ausgewählt werden konnte, hat das Berliner Publikum mit Power, vielen guten Ideen und großem Einsatz überzeugt und erhält von der Jury in den kommenden Tagen eine kurzes Statement zu der gezeigten Arbeit.



Tourneeteilnehmer aus Hamburg sind ausgewählt!
31.01.2008 17:27 / archiv / Redaktion / Hamburg


Herzlichen Glückwunsch an alle zehn Gruppen für ihre gelungenen Performances!

Die Hamburger Jury hat sich so entschieden:

"Ein Hund kam in die Küche" von Lili Dräger, Ronja Stender und Aline Dönselmann
Coach: Andrea Udl (Regisseurin)
Partnereinrichtung: Gymnasium Schenefeld
Eine Radionotiz, ein Zeitungsausschnitt: normalerweise rauscht so etwas vorbei. Die Gruppe nutzt das Genre Performance, um eine im Vorübergehen gehörte Geschichte an sich heranzuholen: blinde Gewalt, Rache und Brutalität werden von ihnen dabei nicht moralisch kategorisiert. Stattdessen geben die Künstlerinnen ihre Ratlosigkeit und Emotionalität im Umgang mit Gewalt pur und ungefiltert an das Publikum weiter. Besonders bemerkenswert war der Mut zu einem sperrigen Thema und einem unbequem ehrlichen Umgang damit. Radikal und auf beste Art UNARTIG! Da die Gruppe leider wegen des noch nicht zu Ende gebrachten Abiturs nicht reisen kann, konnte eine weitere Gruppe ausgewählt werden.
"Ein Hund kam in die Küche" wird aber als Hamburg-Special am 6. 2. neben den anderen Tournee-Teilnehmern zu sehen sein.


Auf die unart-Tournee gehen diese drei Performances:

"Keto-enol-Tautomerie" von Rimma Elbert, Balou Popow, Christina Franz, Uta Lautenschläger
Coach: Martin Kreidt (Regisseur)
Performance könnte heißen: sich auf Wegstrecken begeben, die man/frau noch nicht kennt. Genau das haben die vier Künstlerinnen getan. Um ihre Fragen zu formulieren, haben sie nach Formen jenseits von Sprache und Storytelling gesucht – und Mittel gefunden, sehr viel von sich zu erzählen. Besonders beeindruckt war die Jury hier von der selbständigen Erarbeitung, der Vielfalt der künstlerischen Ideen und der emotionalen Kraft der Darstellung. Positiv hervorzuheben ist auch das Bewusstsein über den angemessenen Einsatz der Mittel. Hier war das Weniger genau das Mehr, das es zu einer überzeugenden Leistung brauchte.


"Psycho" von Nisa Lamela, Nazgol Farokhyar, Jennifer Gifty-Lartey, Pati Wiesjan, Özgür Rohat Abaci, Umut Ferhat Abaci, Daniel Barbosa;
Coach: Metin Demirdere (Tänzer und Choreograf)
Assistenz: Christina Bönsow
Partnereinrichtung: Jugendzentrum Schorsch, Hamburg St. Georg
Acht Mal Energie, acht Mal Anliegen, acht Mal unbedingter Darstellungswille. Mit ihrer erstaunlichen Präsenz spielten sich die im Schnitt knappe 15 Jahre jungen Kollegen aus St. Georg sofort in die Herzen des Publikums. Doch war es nicht allein der tänzerische Einsatz, der begeisterte, sondern auch die Fähigkeit, ohne viele Worte einem Thema nachzuforschen: Drogentrip und Drogenhorror als Verführung, als Tanz auf dem Vulkan und als Problem wurden ohne Moralin und Zeigefinger in einer einfachen und dadurch berührend eindringlichen Weise auf die Bühne gebracht. RESPECT!


"Zuhause: Wo ist denn das?" von Cecilia Ramunke, Lukas Preuss, Christian Wöbse, und Dino Zimmer
Coach: Dorothee De Place (Schauspielerin und Theaterpädagogin)
Mitarbeiter und Heilerzieher: Florian Burr, Sabine Wulf
Partnerinstitution: Internat der Blindenstiftung Hamburg
„Können Sie mir sagen, was ich gesehen habe?“ fragt eine junge Frau und hält dem Zuschauer ein Polaroid hin. Vier Menschen entscheiden sich, Kofferpacken zu spielen, statt „Ich seh etwas, was du nicht siehst“ und Malzeit ist die Zeit, in der gemalt und nicht gegessen wird. Die „Zu Hause“-Performance ist ein Erlebnis der Sinne und eine packend selbstbewusst und schrille Begegnung mit den vier Künstlern von der Schule für Blinde und Sehbehinderte. Beeindruckend: der unkonventionelle Umgang mit dem Raum, die offensive Einbeziehung des Publikums. Augen zu und durch: 15 Minuten nie gesehene Spielfreude."

Alle anderen Gruppen erhalten von der Jury in Kürze ebenfalls eine Einschätzung ihrer Performance.



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